27.07.24 - Auf dem Weg auf meinen Lieblingskontinent
Heute Nacht wars schon echt warm, aber ohne Decke konnte ich es aushalten. Lieber 30° als ne Klimaanlage 🤣Gegen dreiviertel 9 stand ich auf und machte mich fertig. Kurze Zeit später war ich wieder unterwegs. Gegenüber meines Hauses gab es eine kleine Markthalle, wo ich mich mit Baguette und Frischkäse eindeckte, dann gab es noch einen Kaffee. Das „con Leche“ ist wohl untergegangen, so wurde es wohl eher ein doppelter Espresso. Ich war wach.
Ich lief zur Bushaltestelle und zeitgleich traf der Bus ein.
Auch der Wechsel am Terminal 1 in den Shuttle zu Terminal 4 ging heute
wesentlich schneller, so dass ich deutlich früher als geplant ankam. Ich
frühstückte ein bisschen, dann machte ich mich auf den Weg zum Gate. Der war
dafür echt lang, erst durch die Security, dann über zig Rolltreppen hinunter
und mit einem Zug zum Terminal 4S. Da geht scheinbar alles auf andere
Kontinente ab. Und nach London…
Hier war dann auch die Passkontrolle und dann war ich
endlich dort, wo ich hin musste. Mit einem ordentlichen Zeitpuffer, aber ob ich
jetzt am Flughafen warte oder woanders, ist auch egal. Hinter mir an der
Passkontrolle waren wieder welche, deren Flug in 15 Minuten gehen sollte, das
könnte ich echt nicht brauchen… Ich latschte also noch gemütlich etwas auf und
ab, sitzen musste ich heute noch lange genug.
Irgendwann – lange nachdem die Schlange unendlich lang
geworden war – startete auch das Bording und da wie so oft nach Gruppen gebordet
wurde, überholte ich diese am Ende auch noch gemütlich!
Unser Flug startete pünktlich um Viertel 1 und zog sich dann
schon ganz gewaltig. Auch wenn sich die Ankunftszeit um eine dreiviertel Stunde
vorverlegt hatte (Rückenwind?), vergingen die Minuten doch recht zäh.
V.a. die erste Halbzeit zog sich wie Kaugummi. Es gab
relativ bald Mittagessen und dann wurden zu meiner Verwirrung die Rollos
runtergelassen und wir simulierten Nacht… Sollte mir recht sein, ich döste so
vor mich hin. Später hörte ich noch etwas Podcast, aber viel mehr machte ich
nicht. Mir brennen bei der trockenen Luft eh immer schon die Augen und dann noch
im Dunkeln Film kucken oder Lesen wollte ich mir nicht antun.
Irgendwann ging es dann in den Sinkflug und wir landeten
echt überpünktlich. Schnell ging es raus und zur Passkontrolle. Das war die
schnellste, die ich jemals hatte! Drei längere Schlangen standen schon, keiner
hörte auf den armen Kerl, der uns anweisen wollte, eine weitere zu bilden. Das
war dann meine und ich kam direkt dran. Platzsparend wurde auf einer schon
angefangen Seite gestempelt, sehr gut!
Land #90: Guatemala! (Und falls sich jetzt jemand fragen
sollte, wann und wo er denn Land 89 verpasst hat, das frage ich mich auch… Aber
irgendwo hatte ich wohl die ganze Zeit eines vergessen 🙈)
Der Rucksack brauchte dann deutlich länger, aber schließlich kam er angefahren. Immer wieder der schönste Moment, wenn ich meinen großen Freund sehe! (Und im Gegensatz zu allen schwarze-Koffer-suchenden sehe ich ihn halt auch viel eher)
Zusammen ging es nach draußen. Der Flughafen ist echt mini,
v.a. verglichen zu dem riesigen, wo ich heute früh gestartet war. Es gab genau
zwei Geldautomaten (im Parkhaus), die beide gleich mal nicht funktionierten.
Kein Problem für meinen Shuttle-Service, wir hielten einfach unterwegs an einem
ATM. Schnell hatten sich drei Mitreisende gefunden und statt Shuttle-Bus wurden
wir in ein normales Taxi verladen. Transport in Guatemala ist nicht ganz
billig, für die 40km zahlte ich knapp 20€. Die Alternative sind Chicken-Busse,
die billig sind, aber dafür ewig brauchen.
Um vier fuhren wir los und dank dichten Verkehrs dauerte es fast eineinhalb Stunden bis Antigua, wo ich die nächsten vier Nächte schlafe. Draußen war es ziemlich grau und recht kühl, aber es regnete nicht. Und wir fuhren mit „Natural AC“, Fenster runter und los. Abgesetzt wurden wir am Parque Central, auf dem heute die Hölle los war.
Ob immer, weil Samstag ist oder weil
irgendwas besonderes stattfindet, weiß ich nicht. Von dort aus lief ich vielleicht
fünf Minuten zu meinem Hostel, dem Blue Moon. Klein, einfach und schnuckelig
und mit hübschem Innenhof zum draußensitzen. Allerdings für meinen Geschmack etwas
zu stark in israelischer Hand… Nicht falsch verstehen, aber als im Rudel
auftretende Backpacker können die extrem anstrengend sein.
Ich bekam ein oberes Stockbett in einem Fünfer-Mädelsdorm
mit der Option, morgen nach unten umziehen zu können. Der Typ von der Rezeption
entschuldigte sich, weil drei Mädels heute mitten in der Nacht zum Flughafen
müssen. Ich fürchte, deren Wecker wird nach mir wach sein… Und dann kann ich
mich wenigstens rumwälzen ohne jemanden zu stören.
Ich stellte meine Sachen ab, Locker gibt’s leider keine, und
warf mich eine halbe Stunde auf die Matratze. Langsam war ich echt am Ende. Sechs
Uhr hier ist halt doch 2 Uhr nachts zu Hause. Dann raffte ich mich nochmal auf
und ging eine Straße weiter bei einem vegetarischen Restaurant essen. Es gab
Tamales, ein traditionelles Gericht aus Maismehl, aber in fleischfreier Version.
War nicht schlecht.
Jetzt, es ist gerade mal halb acht durch, sitze ich ziemlich
allein auf der Terrasse und hoffe, dass mein Hirn nicht nur Blödsinn schreibt,
viel denken tut es nimmer… Über mir zieht gerade ein Gewitter auf und es ist auch
so kühl, dass ich den Pulli anhabe. Antigua liegt aber auch auf gut 1500m Höhe.
Aber ich fürchte, ich werde dann kapitulieren, wenn der Blog fertig ist. Noch
durch die Dusche und dann ins Bett, mal sehen wie lange ich dort durchhalten
werde…








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